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Cloud Computing: Was ist die Cloud genau und welche Servicemodelle gibt es?

Was ist die Cloud?

Vor einigen Jahren noch als romantische Umschreibung für verteilte Computersysteme verwendet, ist „Cloud“ heute in aller Munde. Kaum vergeht ein Tag, an dem man in den Medien nicht von neuen Cloud-Diensten liest oder auf seinen Cloud-Speicher zugreift. So abstrakt der Begriff Cloud jedoch klingen mag, stecken dahinter jedoch nur alltägliche Computersysteme, die zusammengeschalten wurden. In diesem Blogpost möchten wir Ihnen nun die Charakteristika von Cloud-Systemen vorstellen und Ihnen einen Einblick in die Service-Modelle von Cloud-Infrastrukturen geben. Lesen Sie in unserem zweiten Beitrag näheres zum Thema Bereitstellungsmodelle von Cloud-Infrastrukturen, damit Sie das nächste mal gewappnet sind, wenn es darum geht zu entscheiden, ob man einen Dienst in einer Private oder Public Cloud nutzt.

Was ist Cloud?

Der Hype um den Begriff Cloud entstand erst vor wenigen Jahren, auch wenn die Cloud eines der ältesten Modelle der Informationstechnik ist. Vereinfacht formuliert ist Cloud Computing das Zurverfügungstellen von IT-Infrastrukturen und Diensten, ohne dass diese auf dem Rechner des Benutzers installiert sein müssen, wodurch etwaige hohe Leistungsanforderungen gänzlich vom Benutzer-PC in die Cloud verlagert werden.

Das amerikanische Institut für Standards und Technologie (NIST) veröffentlichte 2011 eine Definition von Cloud Computing (NIST 800-145), in der die Aspekte einer Cloud abgesteckt werden. Damit ein Computersystem dem Begriff Cloud gerecht wird, müssen laut NIST fünf Charakteristika vorhanden sein:

  • On-demand self-service
    • Der Benutzer eines Cloud-Systems kann Leistungen wie etwa Rechenleistung oder Speicherplatz selbstständig provisionieren, ohne dabei auf die Hilfe der Mitarbeiter des Betreibers angewiesen zu sein.
  • Broad network access
    • Leistungen des Cloud-Systems sind über das Netzwerk erreichbar und können mittels Standardmechanismen von unterschiedlichen Endgeräten genutzt werden, egal ob Smartphone, Tablet, Notebook oder PC.
  • Resource pooling
    • Ressourcen des Cloud-Systems wie etwa Rechenleistung, Speicherplatz oder Netzwerkbandbreite werden zwischen unterschiedlichen Kunden geteilt, wobei verschiedene physische und virtuelle Ressourcen dynamisch den Kunden je nach Bedarf zugewiesen werden. Der Kunde hat üblicherweise keine Information über den genauen Standort der Ressource, sondern weiß lediglich auf einer abstrakten Ebene, wo sich die physischen Systeme befinden (z.B. in welchem Land oder Rechenzentrum, nicht jedoch auf welchen Rechnern genau).
  • Rapid elasticity
    • Die Ressourcen des Cloud-Systems skalieren schnell und sind aus der Sicht des Benutzers quasi unbegrenzt und können bei Laständerungen automatisch (in beide Richtungen) angepasst werden.
  • Measured service
    • Cloud-Systeme messen und überwachen die Nutzung ihrer Ressourcen selbstständig und skalieren und optimieren dementsprechend automatisch.

Servicemodelle Cloud Computing

Eine Cloud stellt jedoch nicht nur einzelne Applikationen zur Verfügung. Die NIST unterscheidet viel mehr drei verschiedene Servicemodelle für Cloud-Systeme:

  • Software as a Service (SaaS)
    • Der Kunde nutzt Applikationen des Cloud-Betreibers, der diese in seiner Cloud-infrastruktur betreibt. Zugegriffen wird auf diese Applikationen üblicherweise über einen Web-Browser oder eine Programmschnittstelle. Der Kunde hat keinen Einfluss auf die den Applikationen zugrunde liegende Infrastruktur wie etwa Netzwerk, Server, Betriebssysteme oder Speicher. Ebenso besteht für den Kunden keine Möglichkeit tiefergehende Konfigurationsanpassungen vorzunehmen, die über jene innerhalb der Applikation hinausgehen.
  • Plattform as a Service (PaaS)
    • Der Kunde installiert seine Applikation auf der Cloud-Infrastruktur des Cloud-Betreibers und nutzt dabei Schnittstellen dessen. Der Kunde hat keinen Einfluss auf die den Applikationen zugrunde liegende Infrastruktur wie etwa Netzwerk, Server, Betriebssysteme oder Speicher, jedoch auf die Konfiguration der Applikation selbst.
  • Infrastructure as a Service (IaaS)
    • Der Kunde hat die Möglichkeit Rechenleistung, Speicher, Netzwerke oder andere fundamentale Rechen-Ressourcen innerhalb der Cloud-Infrastruktur zu nutzen und kümmert sich dort selbstständig um den Betrieb von Software und der Betriebssysteme. Der Kunde hat keinen Einfluss auf die zugrunde liegende Infrastruktur, jedoch auf das Betriebssystem, Speicher und Applikationen, sowie möglicherweise eine eingeschränkte Konfigurationsmöglichkeit ausgewählter Netzwerkkomponenten wie Host Firewalls.

Cloud Computing – mehr als ein Modebegriff

Man merke: Cloud ist mehr als ein Modebegriff. Vielmehr besitzt ein Cloud-System genau definierte Eigenschaften, die weit über die Möglichkeit Urlaubsfotos in einer Dropbox zu speichern, hinausgehen. Wir haben aufgezeigt, dass es neben den bekannten SaaS-Produkten wie Office 365 oder Dropbox auch noch andere Servicemodelle gibt, die der Allgemeinheit vielleicht weniger bekannt sind: PaaS und IaaS.

Lesen Sie nun weiterführend im nächsten Cloud-Beitrag welche Bereitstellungsmodelle von Cloud-Infrastrukturen es gibt und was die Vor- und Nachteile der gängigsten Modelle sind.

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2018-08-07T00:31:47+00:0009.05.2018|IT-Services|

Über den Autor:

Johannes Kunschert
Als Mitgründer der GEKKO und Vater von 7 Kindern, ist Projektmanagement sein zweiter Name. Dank seiner 20-jährigen IT-Erfahrung ist Jo Experte in der Abwicklung professioneller IT-Betreuung. Fordern Sie ihn einfach heraus!