Lesezeit: 7 Minuten

Cloud Computing: Vor- und Nachteile von Private und Public Cloud

Bereitstellungsmodelle Cloud Computing

In unserem ersten Beitrag zu Cloud Computing haben wir Ihnen bereits die fundamentalen Charakteristika von Cloud-Systemen und deren Servicemodelle vorgestellt. Eine Cloud-Umgebung kann jedoch nicht nur in einem großen, anonymen Rechenzentrum auf der anderen Seite des Atlantik betrieben werden – vielmehr gibt es mehrere Formen von Clouds. Lernen Sie in diesem Artikel die vier üblichen Bereitstellungsmodelle von Cloud-Infrastrukturen kennen und erfahren Sie mehr über die Vor- und Nachteile der gängigsten beiden: Public und Private Clouds.

Bereitstellungsmodelle von Cloud Computing

Nach der Definition von Cloud Computing des amerikanischen Instituts für Standards und Technologie (NIST), NIST 800-145, gibt es dabei vier verschiedene Bereitstellungsmodellen für Cloud-Infrastruktur – neben der bekannten Public und Private Cloud auch alternative Modelle wie die Hybrid Cloud oder die weniger häufig genutzte Community Cloud:

  • Private Cloud
    • Eine Private Cloud wird ausschließlich für die Nutzung durch eine einzige Organisation bereitgestellt, die mehrere Kunden hat (z.B. Abteilungen der Organisation). Der Besitz, die Verwaltung und der Betrieb der Cloud obliegt dabei entweder der Organisation selbst oder einer dritten Partei. Die Cloud wird entweder in den Räumlichkeiten der Organisation betrieben oder außerhalb dieser.
  • Community Cloud
    • Eine Community Cloud wird ausschließlich für die Nutzung durch eine Vereinigung von Kunden verschiedener Organisationen mit demselben Anliegen betrieben (z.B. einer gemeinsamen Mission, denselben Sicherheitsanforderungen oder regulatorischen Vorgaben). Der Besitz, die Verwaltung und der Betrieb der Cloud obliegt dabei entweder einer (oder mehreren) Organisation(en) der Community oder einer dritten Partei. Die Cloud wird entweder in den Räumlichkeiten einer (oder mehreren) Organisation(en) der Community betrieben oder außerhalb dieser.
  • Public Cloud
    • Eine Public Cloud wird für die Nutzung durch die breite Öffentlichkeit bereitgestellt. Der Besitz, die Verwaltung und der Betrieb der Cloud obliegt dabei entweder einem Unternehmen, einer Bildungseinrichtung oder einer öffentlichen Einrichtung oder einer Kombination dieser. Die Cloud wird in den Räumlichkeiten des Betreibers betrieben.
  • Hybrid Cloud
    • Die Hybrid Cloud ist ein Zusammenschluss von zwei oder mehr Cloud-Infrastrukturen unterschiedlicher Bereitstellungsformen (Private, Community und/oder Public Cloud) mittels standardisierter oder kommerzieller Technologie, bei der Daten oder Applikationen ausgetauscht werden.

Public vs. Private Cloud

Vor allem in Hinblick auf Public Clouds hat sich folgender Spruch etabliert:

„There is no such thing as „the cloud,“ it’s just somebody else’s computer.“

Im Folgenden möchten wir Ihnen daher einige Vor- und Nachteile der bekanntesten Formen, Public und Private Cloud, aufzeigen, um Ihnen die Entscheidung zwischen den beiden Modellen zu erleichtern.

Public Cloud

+ Kosteneffizient

Public Clouds verfolgt häufig ein pay-per-use bzw. pay-as-you-go Zahlungsmodell, bei dem der Benutzer nur für jene Rechenleistungen bezahlt, die er auch tatsächlich nutzt. Wird ein virtueller Server in einer IaaS-Cloud etwa jeden Abend heruntergefahren und erst am Morgen wieder gestartet, so bezahlt der Benutzer (den vollen Betrag) auch nur für die Nutzung während der Tagesstunden.

+ Flexibilität

Benutzer können einfach Kapazitäten zukaufen oder abstoßen und können die Public Cloud über jedes Internet-verbundene Gerät erreichen.

– Unzuverlässigkeit

In den vergangenen Monaten wird in den Medien häufig von Ausfällen großer Cloud-Betreiber berichtet. Durch die vermehrte Nutzung von Cloud-Diensten und einer häufige versteckten Abhängigkeit von Cloud-Infrastrukturen innerhalb von Diensten, ist der Ausfall von großen Betreibern häufig fatal. Im Falle einer Cloud-Infrastruktur hat der Benutzer keine Möglichkeit zur selbstständigen Fehlerbehebung, sondern muss sich vollständig auf eine schnelle Reaktion des Cloud-Betreiber verlassen.

– Sicherheitsniveau/Datenschutz

Im Vergleich zu einer Private Cloud, bei der die Daten innerhalb der Organisation verbleiben, werden diese bei einer Public Cloud dem Cloud-Betreiber anvertraut. Trotz der neuen Datenschutzgrundverordnung DSGVO haben viele, vor allem ausländische Cloud-Betreiber, immer noch ein relativ niedriges Sicherheitsniveau und sind auch aufgrund ihrer größe anfälliger für Angriffe als Private Clouds. Ebenso nutzen viele Cloud-Betreiber die Möglichkeit Daten zwischen Regionen zu verschieben, ohne dabei den Benutzer zu informieren, was ebenfalls im Hinblich auf die DSGVO als kritisch zu betrachten ist.

Private Cloud

+ Kontrolle und Zuverlässigkeit

Private Clouds werden innerhalb der Organisation oder in einer eigens für die Organisation bereitgestellten Umgebung einer dritten Partei betrieben. Dadurch hat die Organisation die größtmögliche Kontrolle über ihre Daten und den Zugriff darauf. Gleichzeitig ist jedoch die Organisation selbst für die Zuverlässigkeit des Betriebs der Cloud verantwortlich, wodurch hier mittels Service Level Agreements externe Hilfe zugekauft werden kann.

+ Anpassbarkeit

Die internen Betreiber einer Private Cloud können etwa Speicher- und Netzwerkkomponenten genau an die Anforderungen der Organisation anpassen.

– Hohe Kosten

Das pay-as-you-go Modell einer Public Cloud ist bei einer Private Cloud nur sehr bedingt anwendbar. Gleichzeitig stehen hohe Anschaffungskosten im Raum, um eine Private Cloud aufzubauen, die jedoch mit geringeren Betriebskosten einhergehen. Neben den höheren Administrationsaufwänden und geringeren Skalierungseffekten müssen ebenso die Risiken und Kosten der Sicherheit bedacht werden.

– Notwendige Expertise

Der Aufbau und Betrieb einer Private Cloud erfordert umfangreiches Know-How und fähiges Personal, wodurch eine Private Cloud ein oftmals kostspieliges Unterfangen ist.

Die Anforderungen bestimmten das Cloud-Modell

Sie sehen also: Es gibt bei der Entscheidung zwischen Private und Public Clouds kein Schwarz/Weiß. Wie so oft in der IT bestimmen die Anforderungen das passende Modell. Für ein kleines Unternehmen wird sich der Aufbau und Betrieb einer Private Cloud in den allerwenigsten Fällen wirtschaftlich rechnen, während große Betriebe oftmals schon seit Jahren ihren internen Kunden derartige Umgebungen zur Verfügung stellen. Es lohnt sich jedoch auch die beiden weniger bekannten Modelle zu betrachten: die Hybrid und Community Cloud.

Wir lieben Cloud Computing!

Vertrauen Sie bei der Wahl Ihrer Cloud Computing Lösung auf unsere jahrzehntelange Erfahrung und kontaktieren Sie uns noch heute für ein kostenloses Beratungsgespräch, bei dem wir auch gerne sämtliche noch offenen Fragen klären!

zum kostenlosen Beratungsgespräch
2018-08-07T00:11:36+00:0021.06.2018|IT-Services|

Über den Autor:

Johannes Kunschert
Als Mitgründer der GEKKO und Vater von 7 Kindern, ist Projektmanagement sein zweiter Name. Dank seiner 20-jährigen IT-Erfahrung ist Jo Experte in der Abwicklung professioneller IT-Betreuung. Fordern Sie ihn einfach heraus!